Pro Patria

SPON zum Interview mit dem Bürgermeister von Mügeln

31. August 2007 | Von tio85 | Kategorie: Deutschland

Ich bin stolz Deutscher zu sein. Sogar verdammt stolz. Angelehnt an die Denke des Verfassers von “Ich bin stolz, Deutscher zu sein” bei Spiegel Online, muss ich damit ein Rechtsextremer übelster Sorte sein.

Der umstrittene Bürgermeister des sächsischen Örtchens Mügeln ist erneut in die Kritik geraten. Der rechtsgerichteten Zeitung “Junge Freiheit” sagte Gotthard Deuse in einem Gespräch über die Hetzjagd auf acht Inder, er sei stolz, ein Deutscher zu sein. Die FDP distanziert sich von ihm. 1

Wenn dass die Definition eines Rechtsextremisten ist, stolz auf seine nationale Identität zu sein, dann bin ich gerne einer. Lächerlicher geht es wohl nicht mehr. Den nächsten Teil des Artikels kann man übrigens auch 1:1 in der FAZ lesen. Wer sich diese zerpflückte Passage ausgedacht bzw. zusammengereimt hat würde mich mal interessieren.

Sachsens Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau wisse offenbar nicht, “wovon sie spricht”, sagte er. Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye sei entweder uninformiert oder “entschieden böswillig”. Er fügte hinzu, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) “steht eben auch unter Druck”, und von dem für den Aufbau Ost zuständigen Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) “bin ich enttäuscht”. 1

Reflexartig distanzieren sich auch Parteikollegen von Herrn Deuse und verteilen Weisheiten mit erhobenem Zeigefinger, die jedem normalen Menschen sowieso klar sind. Bloß nicht in die mediale Schusslinie geraten und womöglich auch als “Rechter” abgestempelt zu werden (aber zwischen Rechtsextremismus und politischer Rechter wird in diesem Land ja eh nicht mehr unterschieden - siehe hier).

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel distanzierte sich von den Äußerungen seines Parteifreundes. Bürgermeister Deuse sei selbst dafür verantwortlich, was er wem sage, sagte er und betonte zugleich: “Für die FDP sage ich: Es darf keinerlei Relativierung von Gewalttaten und ausländerfeindlicher Gesinnung geben. Für alle Demokraten gehört das zu den Grundsätzen einer weltoffenen und toleranten Gesellschaft.” 1

Dass sich Deuse eindeutig von jeglicher Gewalt ob von Links oder Rechts distanziert und diese verurteilt, wie man leicht dem Interview entnehmen kann, scheint einmal mehr Niemanden zu interessieren. Wahrscheinlich legt man ihm seine Geste einen Blumenstrauß ins Krankenhaus zu einem der Inder zu bringen auch noch als Verhöhnung der Opfer aus. Wahrscheinlich ist das mittlerweile, traurig aber wahr.

Ich verzichte darauf mir die Arbeit zu machen jede Passage dieses schmierigen Artikels des Spiegels mit Zitaten und Auszügen aus dem Interview von Deuse zu widerlegen. Das ist es mir echt nicht wert. Aber ich empfehle jedem das Interview in der Jungen Freiheit selbst zu lesen. Dann kann man leicht zwischen Dichtung und Wahrheit unterscheiden, sofern man nicht eine ganze Bretterwand vor dem Kopf hat wie mancher Schreiberling beim Spiegel.

Und wer sich sein letztes Essen nochmal durch den Kopf gehen lassen möchte, kann sich auch gerne noch diesen Artikel durchlesen: Deuse redet sich um Kopf und Kragen

Zum Abschluss noch ein paar weiße Worte des Bürgermeisters aus besagtem Interview, die ihre Gültigkeit behalten, egal was letztendlich die Ermittlungen über den Vorfall in Mügeln zu Tage fördern.

Was Sebnitz ausmachte, war die Vorverurteilung einer Stadt durch Medien und Politik: Urteilen, ohne die Fakten zu kennen! Diese Definition paßt auch auf Mügeln, insofern sehe ich Mügeln in der Tat als neues Sebnitz. Es enttäuscht mich, daß die Medien aus Sebnitz und auch aus dem Fall Potsdam vom April 2006 offenbar nichts gelernt haben. Damit schaden unsere Medien Deutschland erheblich: Denn entgegen der Wahrheit klagen wir uns selbst vor aller Welt als Hort des Rechtsextremismus an. Und im übrigen fürchte ich, daß all dies dazu beiträgt, daß der Fall vielleicht niemals vollständig aufgeklärt wird. 2

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  1. s. Spiegel - “Ich bin stolz, Deutscher zu sein” [] [] []
  2. s. Junge Freiheit - Ausgabe 36/07 31. August 2007 []
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