Mügeln - wohl doch kein Akt von Rechtsextremismus
31. August 2007 | Von tio85 | Kategorie: DeutschlandLangsam kommt Licht ins Dunkel. So liest man in der FAZ (Hervorhebungen sind von mir):
Nach dem Übergriff auf acht Inder im sächsischen Mügeln vor knapp zwei Wochen ermitteln Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei mittlerweile gegen zwölf Personen wegen Landfriedensbruchs, Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Leipzig handelt es sich um Männer im Alter von 17 bis 35 Jahren, die aus Mügeln und Umgebung stammen und die bisher nicht wegen rechtsextremistischer Strafen aufgefallen seien.
Das Geschehen vor der Pizzeria, in die sich die Inder flüchteten, sei nach Zeugenaussagen „von den eindeutigen fremdenfeindlichen Äußerungen Einzelner aus der Menschenmenge heraus“ geprägt gewesen, teilte der zuständige Leipziger Staatsanwalt am Freitag mit. Es hätten sich aber weder Ansatzpunkte dafür ergeben, dass zuvor eine „Hetzjagd“ auf die Inder bis zur nur wenige Meter vom Festzelt entfernten Pizzeria stattgefunden hat, noch dass der Vorfall einen „geplanten und organisierten rechtsextremistischen Hintergrund“ hatte. 1
Und auch die Welt weiß zu berichten:
Die Staatsanwaltschaft Leipzig bewertet den Angriff auf acht Inder im sächsischen Mügeln nach der Vernehmung von zahlreicher Zeugen nicht mehr als Hetzjagd. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass vom Festzelt des Stadtfests bis zur schräg gegenüberliegenden Pizzeria eine solche Jagd stattgefunden habe, teilte die Behörde. Auch Anhaltspunkte, dass „die Ereignisse insgesamt auf einem geplanten und organisierten rechtsextremistischen Hintergrund beruhten, haben sich nicht ergeben“. Allerdings sei es vor der Pizzeria zu „eindeutig fremdenfeindlichen Äußerungen Einzelner“ aus einer Menschenmenge heraus gekommen.
Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwölf Tatverdächtige. Die Männer im Alter von 17 bis 35 Jahren stammen aus Mügeln und Umgebung, wie die Behörde in Leipzig mitteilte. Nach den bislang vorliegenden Unterlagen sei keiner von ihnen zuvor wegen rechtsextremer Straftaten aufgefallen. Die Polizei hat den Angaben zufolge bisher mehr als 125 Zeugen vernommen. Dazu gehören auch die acht Inder, die bei dem Stadtfest in Mügeln von einem Mob von etwa 50 Menschen verfolgt wurden. Bei der Auseinandersetzung waren 14 Menschen verletzt worden, darunter alle acht Inder. 2
Ich bin ja echt gespannt was die Ermittlungen im Endeffekt ergeben. Auch das hier ist interessant:
Auslöser der ersten Übergriffe in der Nacht war laut Staatsanwaltschaft eine Rempelei oder Provokation auf der Tanzfläche des Zelts gewesen. Was dann aber schließlich die massiven Übergriffe auf dem Marktplatz vor dem Zelt ausgelöst habe, sei nach wie vor unklar. Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben auch «konkreten Hinweisen» nach, wonach einzelne indische Festbesucher abgeschlagene Flaschen bei der Auseinandersetzung verwendet haben sollen. Dabei müsse noch festgestellt werden, ob sie sich damit möglicherweise verteidigen wollten. 3
Unabhängig der neuen Tatsachen fordern “Politiker” wie Renate Künast oder Volker Beck aber auch der Zentralrat der Juden weiterhin den Rücktritt von Mügelns Bürgermeister Deuse. Vielleicht sollte diesen Herrschaften mal einer erklären, dass für die Aufklärung und Verurteilung von Straftaten die Justiz zuständig ist und Deuse nur zu Recht hat, sein Städtchen gegen Vorverurteilungen schützen zu wollen. So funktioniert nun einmal die Gewaltenteilung.








