Rechtsextreme Wirrköpfe solidarisieren sich mit dem Islam
21. August 2007 | Von tio85 | Kategorie: Deutschland, IslamUnser aller liebsten Freunde die Jungs und Mädels von der NPD solidarisieren sich anscheinend zunehmend mit dem Islam. Es gibt ja auch mehr als nur einen gemeinsamen Nenner: Antisemitismus oder Hass auf Amerika wären da an erster Stelle als Beispiele zu nennen.
Zwar sind die letzten verbliebenen Herrenmenschen der Nation strikt gegen Überfremdung aber der Kampf gegen Juden und die “Hegemonialansprüche der amerikanischen Ostküste” verbinden auch ungleiche Paare. Getreu dem Motto der Feind meines Feindes ist mein Freund, reichen sich Arier und Musels die Hände.
Im Hamburger Stadtteil Bergedorf wird derzeit gegen den Bau einer Moschee mobilisiert. Hinter der Kampagne „Sicheres Bergedorf“ steht der Landesverband der NPD, der von dem rechtsextremen Anwalt und Rassenfanatiker Jürgen Rieger geführt wird. Dass Neonazis zu diesem Thema aktiv werden, ist wenig verwunderlich. Stutzig macht dagegen ihre ausdrückliche Erklärung, die Agitation richte sich nicht gegen den Islam, sondern „ausschließlich gegen die zunehmende Überfremdung“. Global dagegen hebe sich der Islam als „Verbündeter der freien europäischen Völker im Kampf gegen die Hegemonialansprüche der amerikanischen Ostküste hervor“. Diese Formulierung einerseits, die Kampagne gegen die Moschee andererseits, markieren das Spannungsfeld, in dem Neonazis derzeit agieren.
Gedanken an eine gemeinsame Front mit Islamisten gegen „Juden und Amerikaner“ finden sich in einschlägigen Kreisen schon länger. Selbst Rieger, rabiater Gegner jeder Zuwanderung, fragte in seinem Pamphlet „Kampf der Kulturen - Kampf der Religionen“: „Was ist für unser Selbstbewusstsein schädlicher, die Pflichtlektüre des Tagebuchs der Anne Frank in den Schulen oder eine muslimische Schülerin mit Kopftuch?“ Die derzeitige Priorität „deutscher Helden“, formulierte der Anhänger eines heidnischen „Ariertums“ weiter, sei, „jeglichem Übergreifen des jüdisch-christlichen Fundamentalismus auf Deutschland entgegenzutreten“. 1
Auch manche Idee der Religion des Friedens finden Alt- und Jungnazis ansprechend: So zum Beispiel das Kopftuch.
Für Theoretiker wie Molau gibt es eine Reihe von Verständigungsmöglichkeiten mit dem Islamismus. Das beginnt mit der grundsätzlichen Begrüßung autoritärer Gesellschaftskonzeptionen. Die dem deutschen „Volksgeist“ entsprechenden Kulturformen korrespondieren nach seinem Verständnis mit jenen einer streng reglementierten islamischen Identität. Daher kann Molau in deren Vorschriften Wesensverwandtes entdecken, wenn er gegenüber „Muslim-Markt“ zuspitzt: „Etwas mehr Kopftuch, als Frage einer züchtigen Kleiderordnung, stünde manch deutschem Mädel schon gut zu Gesicht.“ Neben Herders „Volksgeistern“ erweisen sich männliche Kontrollphantasien eben als ausgesprochen kulturverbindend. 1
- s. FAZ - Etwas mehr Kopftuch auch für deutsche Mädel [←] [←]








