Ralph Giordano meldet sich wieder zu Wort
21. August 2007 | Von tio85 | Kategorie: Deutschland, IslamAuf die Aktion einiger Musterbeispiele an integrierten Muslimen (soll nicht ironisch gemeint sein!), die nun wirklich die letzten sein sollten, die sich von Giordanos Worten auf die Füße getreten fühlen sollten, sich aber trotzdem vor den Karren der Ditib spannen lassen, antwortet Giordano mit folgendem Brief:
Sehr geehrte Frau Ilgin Kilic, sehr geehrte Herren Ertun Tekbas und Taner Gündüz, stellvertretend für die anderen Teilnehmer auf dem Gelände der Ditib in Köln am 17. August.
„Sie fragen: »Meinen Sie uns, Herr Giordano?« Ich antworte: Solange Sie wahrheitswidrig so tun, als sei Ihre gelungene Einordnung in die Gesellschaft exemplarisch für den Status quo der muslimischen Minderheit in Deutschland, und dabei wirklichkeitsferne Sätze fallen wie »die Frage nach Integration stelle sich gar nicht« - so lange meine ich Sie.
Sollten Sie aber ebenso erschüttert sein wie ich über das, was türkische Kritikerinnen berichtet haben aus dem Alltag von Unterdrückung, Abschottung, Ausbeutung, Zwangsehe und Gefangenschaft muslimischer Frauen und Mädchen als Norm - dann meine ich Sie nicht. Solange Sie es widerspruchslos hinnehmen, dass islamische Gebetsstätten in Deutschland nach Eroberern der türkisch-osmanischen Geschichte benannt werden (wie Sultan Selim I. und Mehmet II., Erstürmer von Konstantinopel), so genannte Fatih-Moscheen - so lange meine ich Sie.
Sollten Sie jedoch etwas dagegen haben, dass der Ditib-Vorsitzende Bekir Alboga türkische Faschisten wie die »Grauen Wölfe« und vom Verfassungsschutz beobachtete türkische Radikal-Islamisten der »Milli Görus« in Wahlbündnisse einbezieht (wie in Mannheim unter dem Namen »Union 2000«, Listenplatz 1) - dann meine ich Sie nicht.
Solange Sie darauf beharren, der Islam sei eine undifferenziert friedliche Religion (obwohl sie es so wenig war und ist wie die christliche) und sich dabei blind stellen gegenüber den unzähligen Aufrufen des Koran, Ungläubige zu töten, vor allem aber Juden - so lange meine ich Sie.
Sollten Sie aber aufhören, die nachweisbar weitverbreitete Furcht vor einer schleichenden Islamisierung für ein bloßes Luftgebilde zu halten, nicht aber für ein ernst zu nehmendes demoskopisches Signal - dann meine ich Sie nicht.
Solange Sie auf Religionsfreiheit in Deutschland pochen, ohne dass die Forderung auch nur von der kleinsten parallelen Bemühung um Religionsfreiheit in der Türkei begleitet wird - so lange meine ich Sie.
Abkehr von der Scharia
Sollte aber von Ihrer Seite eine klare, unmissverständliche Abkehr von der Scharia kommen, dem islamischen »Rechtssystem«, das mit Demokratie, Menschenrechten, Meinungsfreiheit, Gleichstellung der Geschlechter und Pluralismus unvereinbar ist - dann meine ich Sie nicht.
Solange Sie bestreiten, dass es in den Parallelgesellschaften türkische Gewaltkultur gibt, überbordenden Nationalismus, offenen Fundamentalismus, ausgeprägten Antisemitismus und öffentliches Siegergebaren mit demographischer Drohung - so lange meine ich Sie.
Wie ich Sie auch meine, solange Sie darauf beharren, der Bau einer zentralen Großmoschee mit dem Namen eines osmanischen Eroberers und Minaretten von über 50 Metern Höhe sei ein Zeichen von Integrationsbereitschaft und nicht von Identitätsbewahrung.
Vor allem aber meine ich: Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem! Postscriptum. Ich sehe auf dem Foto in Ihre jungen Gesichter, empfinde dabei große Sympathien und möchte mich mit Ihnen eigentlich gar nicht streiten, sondern viel lieber mit Ihnen sprechen - außerhalb der Ditib. Das ist ein Angebot.“ 1
- s. Kölner Stadtanzeiger - Giordano: „Der Islam ist das Problem“ [←]








