Gemäßigte Taliban
20. Juli 2007 | Von tio85 | Kategorie: Islam
Die von SPD-Chef Kurt Beck als gemäßigt bezeichneten Kräfte der Taliban haben offensichtlich ihre moderaten Methoden für politische Verhandlungen und Anliegen wieder entdeckt. Aus diesem Grund hat die örtliche Talibanpolizei zwei Deutsche in, sagen wir, Untersuchungshaft genommen um auf ihre Forderungen, ich meine natürlich ihre gemäßigten Bestrebungen, jedwede westlichen Ungläubigen aus ihrem Land zu vertreiben, die Frauen dem Sklaventum des Koran wieder etwas näher zu bringen und ähnliche moderate Bestrebungen, aufmerksam zu machen.
![]()
![]()
Wenn sie nicht gerade ihren Hobbys nachgehen und kleine Mädchen auf dem Weg von der Schule (die natürlich nicht ganz koscher sein kann, da mit westlichem Geld und Mitteln von Ungläubigen erbaut) nach Hause erschießen, gehen die Kalaschnikow schwingenden (mit) Kamele treibenden gemäßigten Jungs der Taliban dem Geschäft nach, wodurch sie ihr Geld verdienen um neue Kamele, Maschinengewehre, Raktenwerfer, Sprengstoff und vielleicht noch eine neue Burka für die Freundin mit kleineren Sehschlitzen zu kaufen: Dem Entführen von Ungläubigen und Menschen aus westlichen Ländern, die zumeist Aufbauhilfe leisten, den Kindern (sowohl Jungen als auch Mädchen, unglaubliche Vorstellung für einen gemäßigten Taliban) in Afghanistan lesen und schreiben beibringen, neue Schulen und eine halbwegs vernünftige Infrastruktur aufbauen oder einfach nur das Leid der Bevölkerung mit Nahrung, Kleidung und anderen essentiellen Dingen lindern wollen.
Ja man muss Kurt Beck immer noch Recht geben, damals wie heute. Seine Aussage man solle die gemäßigten Teile der Taliban an einen Tisch mit den anderen Verhandlungspartnern holen verliert weder aufgrund vergangener noch aktueller Ereignisse an Richtigkeit. Und Leute aus Afghanistan wie Außenminister Rangin Dadfar Spanta, die eigentlich viel mehr Ahnung als Herr waschen und rasieren sie sich, dann kriegen Sie auch einen Job Beck haben sollten von ihrem Land hätten sich mal lieber zurück gehalten mit Aussagen wie “So eine Klassifizierung ist eine Erfindung von denjenigen, die von Afghanistan keine Ahnung haben.” oder “Als militärische und politische Kraft sehe ich keine moderaten und nicht-moderaten Taliban.” So ein Schwachsinn natürlich gibt es moderate Taliban. Das sind solche die ihre Frauen nicht 5 Meter hinter sich gehen lassen sondern nur 4.
Aber ich schweife ab. In jedem Fall finde ich es heute wie damals beschämend aber auch signifikant für Deutschland was ein Politiker, der auch noch der Vorsitzende einer Partei wie der SPD ist, für “Gehirnfürze” in aller Öffentlichkeit ablassen kann ohne dafür sofort in der beruflichen Versenkung zu verschwinden. Signifikant ist dies aufgrund dessen, dass man sich leichter erklären kann warum wir in Deutschland gegen die sprichwörtliche Wand fahren in Sachen Integration bspw. Nämlich aufgrund solcher Politiker wie Herr Beck einer ist.
Die Situation der entführten Deutschen ist, um wirklich wieder zu eigentlichen Thema zurück zu kommen, auch ein Verdienst der Verhandlungspolitik des Außenministeriums und auswärtigen Amtes, welche jeden Deutschen in Afghanistan oder dem Irak zu einem beliebten Ziel von Entführern gemacht haben, indem sie, offensichtlich, immer wieder bereit sind ein Lösegeld zu zahlen. So schlimm das für die Opfer und deren Angehörigen sein mag, mit Terroristen darf man gar nicht erst anfangen zu verhandeln oder gar auf deren Forderungen eingehen. Damit signalisiert man nur, dass man ein gut zahlender Kunde ist, den man gerne wieder ausnimmt. Somit fördert diese Vorgehensweise zwangsläufig weitere Entführungen und die Opfer werden logischerweise vermehrt Deutsche sein.
Update:
Beide Entführten sollen angeblich heute morgen hingerichtet worden sein. Dies erklärte ein Sprecher der Taliban.
Update 2:
Man weiß ja nicht was nun eigentlich Sache ist da drüben in Afghanistan, auf jeden Fall scheinen es die Taliban zu verstehen ein Haufen falsche Informationen an den Mann zu bringen.
Bei all diesen schlechten Nachrichten ein schön sarkastischer Kommentar von Henryk M. Broder zu diesem Fall und unserem lieben Außenminister:
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verbringt einen erheblichen Teil seiner Arbeitszeit damit, zusammen mit dem Krisenstab im Auswärtigen Amt die Freilassung von deutschen Bürgern zu managen, die als Geiseln genommen wurden. Da war die Archäologin, die im Irak unter bis heute ungeklärten Umstand gekidnappt wurde; dann die beiden Ingenieure aus Sachsen, die nach 99 Tagen in der Gewalt ihrer Entführer freigelassen wurden, der ehemalige Diplomat, der seinen Urlaub im Jemen unfreiwillig verlängern musste, eine deutsche Hausfrau, die seit 4o Jahren im Irak lebt, einen Iraker geheiratet und einen irakischen Pass hat, die nach ihrer Entführung aber nicht die irakische, sondern die deutsche Regierung um Hilfe bat.
Zwischen den Entführungen gibt der immer wieder tief erschütterte Außenminister Erklärungen ab; die Regierung der Bundesrepublik, versichert er, werde alles in ihrer Macht Stehende unternehmen, um die Geiseln heim zu bringen, sie lasse sich aber weder erpressen noch zu Zugeständnissen zwingen. So weit, so gut. Wenn es darum geht, Menschenleben zu retten, darf ein wenig geschwindelt und geflunkert werden. Deswegen wird bei solchen Gelegenheiten auch routinemäßig die Frage gestellt, ob “kriminelle Elemente” oder “Aufständische” für die Entführungen verantwortlich seien. Den einen ginge es nur um Geld, die anderen würden politische Ziele verfolgen.
Mord ist nach deutschem Recht “grausam” und “heimtückisch”
So wird auch in größter Not sauber “differenziert”, wobei ungesagt bleibt, wie der Unterschied bei der Berechnung des Lösegeldes zu Buche schlägt. Jetzt ist der Außenminister noch einen großen Schritt weiter gegangen. Zu dem plötzlichen Ableben einer deutschen Geisel in Afghanistan sagte er am Samstag: “Wir müssen davon ausgehen, dass einer der entführten Deutschen in der Geiselhaft verstorben ist. Nichts deutet darauf hin, dass er ermordet wurde, alles weist darauf hin, dass er den Strapazen erlegen ist, die ihm seine Entführer auferlegt haben.”
Der 44 Jahre alte Mann aus Mecklenburg-Vorpommern, der lieber in Afghanistan arbeiten als daheim von Hartz 4 leben wollte, ist sozusagen eines natürlichen Todes gestorben. Vielleicht hatte er was mit dem Herzen, war unsportlich und übergewichtig oder hat das Klima nicht vertragen - tagsüber extreme Hitze, nachts klirrende Kälte. Da kann man schon mal kollabieren und den Geist aufgeben, wenn man aus einem Land am Rande des Golfstroms kommt. Von einem “Mord” zu sprechen, wäre vollkommen unangemessen, denn nach deutschem Recht zeichnet sich ein Mord dadurch aus, dass er “grausam” und “heimtückisch” sein und aus “niederen Beweggründen” begangen werden muss.
Man kann den Entführern vieles nachsagen, nur keine “niederen Beweggründe”, denn sie haben keine Geldforderungen gestellt. Sie verlangten nur, dass die Bundeswehr aus Afghanistan abgezogen wird. Woher kommen dann aber die “Schussverletzungen im Brustbereich”, von denen bald darauf berichtet wurde? Haben die Entführer auf die tote Geisel geschossen, aus Wut darüber, dass sie zu früh gestorben war? Das ist unmöglich, denn so etwas machen Moslems nicht, es sei denn, es handelt sich um Amerikaner, die erst gelyncht, dann verbrannt und durch die Stadt geschleift und schließlich an Brückenpfeilern aufgehängt werden.
In 100 Prozent aller Fälle endet das Leben tödlich
Es wird die Familie des toten Deutschen sicher trösten, dass der Mann nicht ermordet wurde. Die Frage, ob er noch leben könnte, wenn er nicht entführt und einigen “Strapazen” ausgesetzt worden wäre, werden sie sich im Interesse der deutsch-afghanischen Zusammenarbeit und dem Wohlergehen künftiger Geiseln zuliebe besser verkneifen. Außenminister Steinmeier selbst eilte nach der Pressekonferenz zur Lage in Afghanistan nach Flossenbürg, wo er an einer Feier zur Eröffnung der Gedenkstätte des ehemaligen KZ teilnahm. Er nannte das Lager einen “Ort der Schande”.
Auch in diesem Falle muss “differenziert” werden. Im KZ Flossenbürg sollen etwa 3o.ooo Häftlinge ums Leben gekommen sein. Nichts deutet darauf hin, dass sie ermordet wurden, alles weist darauf hin, dass sie den Strapazen erlegen sind, die ihnen auferlegt wurden, zum Beispiel bei der Arbeit im Steinbruch oder weil sie nicht genug zu essen bekamen. Das belegen auch die Todesscheine, die in Flossenbürg, wie in anderen KZs, ausgestellt wurden. Die beliebteste Todesursache war: Herz- und Kreislaufversagen. Einige Tote hatten auch ein Loch im Kopf oder Würgespuren am Hals, aber die waren ihnen bestimmt erst nach dem natürlichen Ableben appliziert worden.
Außerdem darf nicht vergessen werden: In 1oo Prozent aller Fälle endet das Leben tödlich. Mal früher, mal später. Aber eine Strapaze ist es in jedem Fall.
Quelle: Der Tagesspiegel








