“Wir fühlen uns diskriminiert”
15. Juli 2007 | Von tio85 | Kategorie: AllgemeinHerr Çinar, Fachleute loben die Weddinger Herbert-Hoover-Schule, weil auf ihrem Pausenhof nur noch Deutsch gesprochen werden darf. Das fördere die Integration von Migrantenkindern. Warum lehnt der Türkische Bund die Deutschpflicht in der Pause ab?
Man kann doch keinem Menschen das Recht nehmen, sich in seiner eigenen Sprache zu unterhalten …
Aber an der Hoover-Schule unterstützen doch auch die meisten Schüler türkischer Herkunft die Deutschpflicht.
Das ist verständlich. Schließlich hören sie überall: ,Sprich deutsch, dann wirst Du was! Türkisch bringt Dich nicht weiter!‘ Wir wenden uns gegen diese Diskriminierung unserer Muttersprache und verlangen, dass sie gesellschaftlich akzeptiert wird. Würden die Schüler auf dem Pausenhof englisch und deutsch reden, käme niemand auf die Idee, ihnen die englische Sprache zu untersagen.
Vielleicht liegt das auch daran, dass Englisch mittlerweile Weltsprache ist. Müssen Sie nicht eher befürchten, dass das Festhalten an der türkischen Sprache als nationalistische Haltung ausgelegt wird?
Wir haben keine nationalistischen Scheuklappen. Im Gegenteil. Zur Integration in eine multikulturelle Gesellschaft gehören auch Mehrsprachigkeit und die selbstbewusste Beherrschung der Muttersprache.
Das Gespräch führte
Christoph Stollowsky
Safter Çinar (61) ist seit 1991 Sprecher des Türkischen Bundes Berlin und seit 2005 Vorsitzender des Türkischen Elternvereins. Er war jahrelang in der Ausländerberatung tätig.
Quelle: Der Tagesspiegel
Wenn man zwischen den Zeilen liest, erkennt man meiner Meinung nach worum es Herrn Çinar wirklich geht. Die aufgesetzte Empörung “Man kann doch keinem Menschen das Recht nehmen, sich in seiner eigenen Sprache zu unterhalten …” geht ohne jeden Zweifel vollkommen an der Sache vorbei. Kein Mensch will einem Immigranten gänzlich verbieten sich in seiner Muttersprache zu unterhalten. Aber wieso soll es nicht zur Integration beitragen wenn die ausländischen Kinder nur noch Deutsch an der Schule sprechen und somit einen elementaren Grundstein für ihre Ausbildung und zukünftige berufliche Laufbahn legen?
Herr Christoph Stollowsky hatte dann genau den richtigen Riecher mit seiner Frage ob es sich nicht nur um eine nationalistische Haltung handle. Solche Leute wie Herr Çinar und Konsorten (siehe die Verbände, die den Integrationsgipfel boykottierten) tragen maßgeblich dazu bei, dass die Integrationsbemühungen nicht in die richtige Richtung gehen. Und warum tun sie das? Natürlich aufgund ihrer nationalistischen Haltung. Aber das sagen sie nicht auf Partys oder in der Öffentlichkeit. Nein, es ist doch viel leichter den Empörten und Diskriminierten zu spielen mit einem fadenscheinigen und aufgesetztem Argument. Und bei unseren vielen linken gutmenschlichen Politikern scheint diese Masche auch vorzüglich zu funktionieren. Leider erkennt auch die evangelische Kirche nicht was hinter der gespielten Empörtheit der türkischen Verbände wirklich steckt und probiert sich in billigem Populismus.








